Vereinschronik des Aquarien- und Terrarienvereins „Iris“ e.
V. Fürth
Um die Jahrhundertwende veröffentlichte der Lehrer Roßmäßler in der Familienzeitschrift „Die Gartenlaube“ seinen berühmten Aufsatz „Der See im Glase“. Er beschrieb darin die Haltung von einheimischen Tieren und Pflanzen, sowie deren beobachtetes Verhalten. Die positive Resonanz war Auslöser für die baldige Grundsteinlegung der modernen Aquaristik in Fürth und Umgebung. Daraufhin wurde im Jahre 1903 der Verein Aquarien- und Terrarienverein „Iris“ gegründet. Ziel dieser Zusammenkunft war die Haltung, Pflege und Zucht von Pflanzen, Fischen und Reptilien. Der Name „Iris“ verrät uns die ganzheitliche Betrachtung und Naturverbundenheit der damaligen Mitglieder. Es wurden nicht nur Fische, deren Domizil Unterwasser ist, sondern der gesamte Uferbereich mit all seinen Insekten, Lurchen, Reptilien und Pflanzen unter die Lupe genommen. Als Dank für ein funktionierendes Biotop nahm man die schönste aller Schwertlilien im leuchtenden Gelb als Vereinssymbol. Ein gewaltiger Aufschwung ging durch die gesamte Aquaristik durch die Einführung lebendgebärender Zierfische. Die neuen Exoten verdrängten die einheimischen Arten. Ein neues Zeitalter in der Aquaristik begann. Die „Iris“, gerade erst erblüht und schon niedergetreten. Der 1. Weltkrieg und die darauffolgende Wirtschaftskrise taten ihr Übriges. Trotz aller Widrigkeiten konnten die Mitglieder anlässlich des silbernen Jubiläums 1928 eine Ausstellung in der Kamm’schen Wirtschaft, Gustavstraße auf die Füße stellen. Mit einer bronzenen Plakette vom Verband für 25 Jahre „Iris“ in Fürth ausgezeichnet, ging es erneut ans Werk. Aus der kleinen Blume, wurde die naturwissenschaftliche Vereinigung „Iris“.Aus dem Aquarienverein „Iris“ und der naturwissenschaftlichen Vereinigung wurde ein Verein. Zu den damaligen Mitgliedern, Arbeiter und Mittelständler kamen jetzt Akademiker hinzu. Neben Botanikern, Geologen, Entomologen war nur noch ein kleines Grüppchen Aquarianer übrig. Wahrscheinlich waren es Geldnöte die unsere Vereine zusammenführte. Unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden Herrn Salzner, kam jede Gruppe einzeln zu Wort, jedoch ein gemeinsamer Nenner wurde selten erzielt, zu unterschiedlich waren die Bedürfnisse. 1932 wurde Herr Stadelmann zum Schriftführer gewählt, was er 2 Jahre später mit dem Amt des 1. Vorsitzenden tauschte. 1937 bekam der Verein seine ursprüngliche Form wieder zurück. Rasch fand sich ein neues Vereinslokal in der Gaststätte „Paradiesgarten“, Lessingstraße in Fürth. Der spürbare Aufschwung hielt leider nur kurz an, denn der 2. Weltkrieg brach aus. Unser gesamter Besitz ging in Schutt und Asche unter. Vereinzelt trafen sich Mitglieder in der Gaststätte „Schwarzer Adler“. Noch unter der Führung von Herrn Stadelmann begannen 1945 die ersten festen Treffen wieder in der Gaststätte „Maiglöckchen“. Den Namen „Iris“ erhielt der Verein durch den Verzicht der naturwissenschaftlichen Vereinigung wieder zurück. Durch den frühen Tod des 1. Vorsitzenden Herrn Grau, übernahm erneut Freund Stadelmann den Vorsitz. Dieses Amt bekleidete er bis 1956, welches ihn als erstes Ehrenmitglied in die Vereinsgeschichte eingehen lies. Den absoluten Höhepunkt seiner Karriere erreichte er mit einer Aquarienausstellung 1953 während der Bundesgartenschau. Anlässlich der Ausstellung erhielt der Verein die „goldene Plakette“ des Verbandes. Als eines der größten Projekte der Vereinsgeschichte sollte das damalige Freiland Oberfürberg wieder errichtet werden. Leider scheiterte dieses Vorhaben an der großen finanziellen Belastung. Nach der Amtsniederlegung von Freund Stadelmann übernahmen die Herren Baierlein und Proske den Vorsitz. 1957, Herr Wagenbüchler und von 1958-1959 Herr Reuß. Ruhe kam erst wieder 1960 in den Verein, als Freund Kipf den 1. Vorsitz übernahm. 15 Jahre lang führte und leitete er die Geschicke des Vereins, bis er aus gesundheitlichen Gründen das Amt niederlegte. Unter seiner Leitung wurde wieder vermehrt das eigentliche Ziel der Haltung und Zucht von Zierfischen vorangetrieben. 1975 übernahm Freund Schüler das Amt des 1. Vorsitzenden. Unter seiner Leitung firmierte der ehemalig Verein „Aquarium- und Terrarienfreunde Fürth“, in den heutigen Aquarienverein „Iris“ e. V. um. Was dem Verein hoch angerechnet wird, ist die bereits traditionelle Fischbörse in Fürth. Dreimal im Jahr treffen sich Freunde und Mitglieder der „Iris“ um ihre Nachzuchten von Fischen und Pflanzen an Privatleute zu verkaufen. Im November 2001 verstarb Eduard Schüler nach über einem Vierteljahrhundert Vorstandschaft. In Fürth gab es keinen, der sich der Aquaristik verschrieb und „Eddi“ nicht kannte, er wird hiermit als zweites Ehrenmitglied in der Vereinschronik genannt. Seit Januar 2002 übernahm Freund Manfred Forstner den Vorsitz. Er zeichnet sich durch hohe Fachkompetenz in der Zierfischzucht und als Gründer der Deutschen-Killifisch-Gesellschaft, DKG-Mittelfranken aus.